Vor mehr als 45 Jahren wurden die drei Gebrüder Böttcher mit 20 Jahren Hausbesitzer. Das war ein neues Gefühl aber auch eines, was erst ausgefüllt sein wollte. Lernen und Erfahrung sammeln war angesagt. Ohne Lehrgeld war das nicht zu schaffen. Erfahrung ist ja bekanntlich die Summe der Fehler, die gemacht wurden. Wir waren nicht fehlerfrei. Nach weiteren 20 Jahren (1982) wurden uns die Häuser in der Brunowstr. 62 / Buddestr. 11 als ungeteilte Grundstücksgemeinschaft überlassen. Die Häuser wurden immer selbst verwaltet. Dabei halfen eine kfm. Ausbildung und auch die Tätigkeit eines Miteigentümers bei einer Wohnungsbaugesellschaft. Zu dieser Zeit gab es noch s.g. weiße und schwarze Kreise in denen die Wohnraumbewirtschaftung bereits aufgehoben war und solche, in denen diese –wie in Berlin- noch bis 1989 bestanden. Dadurch bedingt, gab es zu dieser Zeit einen Vermietermarkt, der den Wohnungsbestand „zuteilen“ konnte. Das machte eine Vermietung leichter, eine erforderliche Renovierung wurde häufig durch Nachfolgemieter durchgeführt. Modernisierungen unterblieben aber häufig, da diese sich nicht „rechneten“.

Erst ab 1988 wurden die nicht mehr preisgebundene Berliner Altbauwohnungen in das allgemeine Mietrecht überführt. Für Mieterhöhungen galt jedoch eine Kappungsgrenze von jährlich 5%. Für Neuvermietungen war bis Ende 1991 eine Kappungsgrenze von 10% zu beachten, um die die bisherige Miete maximal überschritten werden durfte.

Diese Freigabe der Wohnraumbewirtschaftung und Mietpreisbindung fiel mit der Wiedervereinigung zusammen und bescherte dem Althausbesitzer eine kurze Vermieterkonjunktur die zu hohen Mieten in neu geschaffenen Wohnraum in den Dachgeschossen führten. Die Konjunktur und Hauptstadteuphorie hielt 5 Jahre an. Danach stagnierten die Mieten fast 10 Jahre lang.

Zum 100 jährigen Bestehen der Häuser sind diese nun wie zu Zeiten des Erbauers Emil Böttcher wieder in einer Hand. Die Erben- und „Eigen- tümergemeinschaft Gebrüder Böttcher“ wurde aufgelöst, die Häuser nicht verkauft, nicht in Eigentumswohnungen aufgeteilt und nicht in eine Fremdverwaltung gegeben. Es wurde noch dem Sprichwort gehandelt „was Du von Deinen Vätern hast ererbt, erwirb es um es zu besitzen“ Wir, die Eheleute Lutz M. u. Mitsuko Böttcher, haben danach gehandelt.

Wir hoffen, dass auch unsere Tochter diesen Grundsatz beherzigt und das Erbe, mehrt und genießt aber auch weitergeben kann.